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Da saßen sie einst am Mainzer Rheinufer; diskutierten und debattierten über Gott und die Welt, registrierten aufmerksam die vorbeifahrenden Schiffe, erfreuten sich ihres Rentnerdaseins und ließen sich willig von der Bevölkerung als „Meenzer Rhoiadel“ titulieren. Nicht ahnend, dass dieser echte Meenzer Begriff einmal als Name für das gleichnamige Mund-ART-Theater herhalten sollte.

Das Mund-ART-Theater wurde im Jahr 2000 gegründet von der 2007 verstorbenen Mainzer Autorin Eleonore Gierlichs und einigen „Gleichgesinnten“, die zuvor größtenteils der Mainzer Seniorenbühne zugehörig waren. Das Theater hat sich binnen kürzester Zeit in der Mainzer Kulturszene etabliert und sich einen guten Namen erarbeitet. Beheimatet auf dem ehemaligen Werksgelände der Waggonfabrik in Mainz-Mombach und direkt gegenüber der Phönixhalle, mutierte die Spielstätte im „Auktionshaus Schnappenberger“ zu einem Wallfahrtsort für diejenigen, die auf die liebevoll-derbe Meenzer Mundart in all ihren Facetten setzen. Unzählige ausverkaufte Vorstellungen beweisen, dass diese Art der Unterhaltung nur allzu gerne angenommen wird.

Für Mundart-Jünger und Lachwillige

Dass man die Mundart-Jünger zu den Lachwilligen zählen muss, liegt in der Tatsache begründet, dass sich der „Meenzer Rhoiadel“ in erster Linie Lustspielen verpflichtet fühlt. Aber auch Werke aus der Weltliteratur („Der Kleine Prinz“) oder eher ironisch- satirisch aufbereitete Stücke („Hau endlich ab“) fanden im rund 130 Sitzplätze fassenden Theaterambiente bei Jung und Alt ihre Anhänger, die per Mundpropaganda das von der Stadt Mainz nicht subventionierte Mund-ART-Theater immer wieder und gerne weiterempfehlen.

Dabei handelt es sich bei den schauspielernden Akteuren auf der Bühne allesamt um Freizeit-Darsteller, inzwischen als Volksschauspieler geadelt, deren Potenzial dem von ausgebildeten Schauspielern sehr nahe kommt.

Geführt und kompetent eingewiesen in die Geheimnisse der Bühnenpräsentation wird die Truppe vom künstlerischen Leiter Hartmut Schottler. Er hat sein Handwerk als Fernseh- und Theaterregisseur von der Pike auf gelernt, bringt seine Kenntnisse entsprechend ein und hat deutliche Spuren beim Ensemble hinterlassen.
Dank seiner Regiekunst verblüfft der altersunabhängig bunt zusammengewürfelte Darstellerkreis durch immense Spielfreude und individuelles Können, umgesetzt in allen bisher aufgeführten Darbietungen, die in der Regel an Wochenenden stattfinden. Auch verfügt das Mund-ART-Theater über mehrere eigene Stücke-Schreiber, es hat eine kenntnisreiche Technik-Mannschaft an Bord, Souffleusen begleiten aufmerksam die jeweiligen Aufführungen und der seit April 2007 agierende Erste Vorsitzende Markus Andres kann sich mit Volkmar Braun auf einen Geschäftsführer verlassen, der mit Leib und Seele Theatermensch ist.

Rhoiadel im Auktionshaus Schnappenberger

Der eingetragene Verein zählt derzeit über sechzig Mitglieder. Dabei geben speziell die jüngeren Mitglieder Anlass zur Hoffnung, dass dieses urige Theater sowohl den Mainzern als auch den vielen auswärtigen Mainz-Fans noch lange erhalten bleibt. Längst hat sich in den vergangenen Jahren das Mund-ART-Theater Meenzer Rhoiadel vom Insidertipp zur etablierten Bühne gemausert. Dabei hat jeder Beteiligte seinen tragenden Anteil – egal ob auf, vor oder hinter der Bühne.

Und so wartet die inzwischen Tausende zählende Stammkundschaft stets neugierig auf die jeweils anstehende neue Spielzeit und hält Ausschau, ob der Rhoiadel wieder mit neuen Stücken aufwarten kann.
Es versteht sich von selbst, dass innerhalb der Theaterräumlichkeiten auch für das leibliche Wohl gesorgt wird, stehen doch kleinere Speisen und Getränke ebenso zum Verzehr bereit wie auch ausreichend Parkplätze auf dem Gelände der ehemaligen Waggonfabrik vorhanden sind. Und wenn lang anhaltender Applaus die Schauspieler auf der Bühne nach einer gelungenen Vorstellung verabschiedet, hat sich ein Abend in der Spielstätte im Auktionshaus Schnappenberger für alle gelohnt.

 

Autor: Wolfgang Kling